Windows 11 zwingt Nutzer künftig zu Online Konten

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Viele Nutzer von Windows möchten ihr System ohne ein Onlinekonto verwenden. Bisher war das mit einem einfachen Trick möglich. Diese Möglichkeit verschwindet jedoch in kommenden Versionen von Windows 11.

Bislang ließ sich während der Einrichtung mit dem Befehl oobe\bypassnro die Anmeldung an ein Microsoft-Konto überspringen. So konnte man Windows lokal einrichten, ohne persönliche Daten an Microsoft zu übermitteln. In der neuesten Beta Version wurde dieser Befehl nun entfernt. Künftig soll jede Installation mit einem Microsoft Online Konto verbunden sein.

Laut Microsoft diente der Schritt dazu, Fehler während der Einrichtung zu vermeiden. In den offiziellen Hinweisen heißt es, dass Nutzer durch die Umgehung wichtige Schritte überspringen könnten. So sei nicht immer sichergestellt gewesen, dass das System korrekt konfiguriert werde. Diese Begründung wirkt vorgeschoben, denn offensichtlich möchte das Unternehmen die Nutzung von Onlinekonten ausweiten.

Für viele dürfte sich die praktische Auswirkung jedoch in Grenzen halten. Ein Microsoft Konto ist zwar bei der Einrichtung zwingend nötig, lässt sich aber nach dem ersten Start leicht wieder durch ein lokales Konto ersetzen. Damit bleibt es weiterhin möglich Windows weitgehend offline zu nutzen.

Trotzdem bleibt die Entscheidung fragwürdig. Microsoft könnte den Nutzern einfach die Wahl lassen, welches Konto sie bevorzugen. Eine kleine Option im Setup würde genügen, um Transparenz zu schaffen und Frust zu vermeiden. Doch offenbar ist dieser Weg derzeit nicht geplant. Im Sinne des Support-Ende von Windows 10 und der vorübergehenden Verlängerung vielleicht eine Überlegung wert, über den Windows-Tellerrand mal hinauszublicken.

6 Antworten zu „Windows 11 zwingt Nutzer künftig zu Online Konten“

  1. AH

    Windows ist nur ein Werkzeug. Das zwingt niemanden. Genau wie es nicht die Pistole ist, die jemanden erschießt, sondern die- oder derjenige am Abzug.

    Microsoft (bzw. dessen Führungsebene) will Windows-Nutzer dazu zwingen. Die haben das so programmieren lassen.

    Ich nutze Windows schon seit 2015 ausschließlich offline, so dass es selbst für Microsoft unangreifbar ist. 😉

  2. Uwe

    Meiner Meinung nach geht es beim Kontozwang um ein zukünftiges
    kostenpflichtiges Abbo-Modell für Windows.

    Also: “Drück soundsoviel € pro Monat für Windows ab, oder Dein PC wird deaktiviert!”

    Nur sicher bzw. verifizierbar mit einem MS-Konto.

  3. Markus

    @AH:
    Offline können die auch aushebeln, indem sie einfach einen Timer oder ein Date setzen, bei dem du gezwungen wirst online zu gehen (zB nach 60 Tagen) und dann ihre Logs durchgehen (evtl irgendwo im Stream auf der Platte versteckt).
    Also nix mit “ich bleib mal ewig offline”. Das System wird dann einfach begrenzt nutzbar gemacht.

    Man zwingt damit aber durchaus spezielle “freundliche”, was unschönes zu machen – wieder wie früher einfach Software zu knacken, um diese Mechanismen auszuhebeln. Dann kannst du tatsächlich offline leben bzw online sein, ohne dass dein BS einen Ping schickt, Daten versendet und eine Gegenantwort setzt.
    Darfst aber dann auch wieder damit leben, dass dich ein Trojaner besucht, der nicht Windows heisst.

  4. AH

    @Markus: Mein “primäres” Windows ist das schön schlanke und effiziente XP Home SP 3 (per KVM: ich brauche es hauptsächlich zum prüfen von NTFS, da mein Satreceiver nur FAT und NTFS unterstützt und NTFS für die ext. SSD das geringere Übel ist) und bei Windows 11 bin beim 22H2 geblieben, da das ISO vom 23H2 1 GiB größer war, was hauptsächlich am KI-Zeugs liegen soll, was ich gar nicht erst haben will: Ich nutze es nur, um ggfs. etwas ausprobieren zu können und manchmal für Geschwindigkeitsvergleiche mit Wine. – Bei beiden Windowsen wird nichts mehr eingebaut oder ausgehebelt. Win11 ist nicht mal registriert, da ich keinen Produktkey habe und das bei der Installation auch angeklickt hatte.

    Hier hatte ich beschrieben und ein Video angehängt, wie ich u. a. mein VM-XP nutze:

    https://www.computerbase.de/forum/threads/spielereien-mit-kvm-kernelbased-virtual-machine.2034741/post-30930755

  5. TC

    @AH schau dir doch mal Winboat an. Ich habe noch nie so eine einfache Windows Installation auf einem Linux System gemacht. Läuft sehr flüssig.
    Gibt mittlerweile einige Videos dazu von Linux Youtubern sowie ct 3003.
    Ist noch eine Beta aber zeigt gut was.

  6. AH

    @TC: Das kannte ich noch nicht (das ct-Video ist dort auch verlinkt):

    https://www.pcgameshardware.de/Linux-Software-26761/News/WinBoat-fuer-Windows-Anwendung-1483498/

    Für meinen Bedarf ist das zwar nichts, aber insgesamt eine interessante Option. Offenbar ähnlich dem Nahtlos-Modus von Virtualbox.

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