VeraCrypt Hauptentickler ausgesperrt: Wenn der Anbieter den PC sperrt

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Microsoft hat den Account des VeraCrypt-Hauptentwicklers Mounir Idrassi einfach so gesperrt. Nach Aussage von Idrassi gab es weder eine Begründung, noch eine Vorwarnung. Der Entwickler steht nun völlig machtlos da. Er kann den Account nicht wiederherstellen. Es scheint kein menschlicher Ansprechpartner für ihn erreichbar zu sein. Nur automatische Bot-Antworten gab es fürihn. Der Prozess lässt keinen Widerspruch zu und sein Rechner ist gesperrt.

Dieser Vorfall zeigt, wie abhängig vermeintlich unabhängige Open-Source-Projekte von großen Konzernen in der Realität sind. Ein einzelner Account könnte die gesamte Entwicklung, zumindest für die VeraCrypt Windows Version stoppen. Neue Updates für Windows sind nicht mehr möglich, da der Entwickler eben jenen Account zum Signieren von Bootloadern und Windowstreibern verwendete. Die Macht über den Windows-Account und somit über die Nutzbarkeit des PCs liegt somit ganz bei Microsoft. Die Versionen für macOS und Linux sind hiervon nicht betroffen.

Ein solches Vorgehen wirkt willkürlich und undurchsichtig. Nutzer müssen sich darauf verlassen, dass der Entwickler weiterhin handlungsaktiv bleibt und die Windowsversion pflegen kann. Doch was, wenn weitere Konten folgen und gesperrt werden? Die Abhängigkeit von proprietären Plattformen ist hier offensichtlich. Die Community muss sich Gedanken über Alternativen machen. Die Stabilität von Software sollte nicht von einem Windows-Account abhängen.

VeraCrypt ist nach wie vor eine wertvolle Software. Doch die aktuelle Situation wirft ernste Fragen auf. Wer sich auf solche Tools verlässt, sollte sich bewusst sein, dass die Infrastruktur dahinter möglicherweise nicht immer sicher sein wird in Zukunft. Die Freiheit der Software ist hier auf dem Spiel.

Dieser Fall ist nicht der erste Fall, bei dem ein FOSS-Entwickler plötzlich ausgesperrt wird und keinen Zugriff mehr auf den PC hat. Im August 2025 sorgte ein ähnlicher Fall eines Nextcloud Entwicklers für reichlich Aufsehen. Dieser hier ist nicht minder kritisch.

Diese Fälle sind sicher nur einige aber markante Beispiele, die zeigen wie problematisch zentral verwaltete Benutzerkonten sind und welche Tragweide das haben kann. Ist der zentrale Anbieter der Auffassung, das etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, kann er den Account einfach automatisiert sperren und damit auch den Computer unnutzbar machen. Denn ohne valides Benutzerkonto ist keine Anmeldung mehr möglich. Nutzer von macOS mit iCloud Account sollten dies zum Anlass nehmen um nachzudenken. Linux Nutzer dürften sich nur berechtigterweise gruseln.

Ein Kommentar zu „VeraCrypt Hauptentickler ausgesperrt: Wenn der Anbieter den PC sperrt“

  1. AH

    Es ist ja nicht nur das. An Windows wird schon lange immer mal wieder etwas geändert, was irgendwelche Software aushebelt, unbrauchbar macht, oder sonstwie einschränkt/behindert.

    Nicht nur die von Fremdherstellern, sondern auch eigene: Z. B. funktionierte nach dem Wechsel von Win98-ZA nach XP (Neuinstallation) bei mir MS-Works 4.0 nicht mehr und in der Firma (KMU) MS-Office 97 auch nicht mehr: Man wurde gezwungen sich neue Versionen zu kaufen. – Bzw. auf (damals) Openoffice umzusteigen.

    XP habe ich bis 2015 genutzt und bin dann auf LinuxMint umgestiegen. Zu Inkompatibilitäten bei neueren Windows-Versionen kann ich nichts sagen. Auch andere MS-Produkte habe ich nicht mehr genutzt.

    Außer Windows 11 22H2: Das hatte ich eine Zeit lang für Vergleiche mit Wine per Ventoy offline installiert. Es hat niemals eine Internetverbindung bekommen und ist inzwischen (einschließlich aller Sicherungen) gelöscht.

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