Ubuntu 24.04 LTS erhält aktualisierten HWE Kernel 6.14

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Canonical plant noch im Verlauf des Juli ein neues Hardware Enablement Stack (HWE) für Ubuntu 24.04 LTS ausrollen. Dieses Update bringt wesentliche Verbesserungen bei Grafiktreibern und Kernel, noch bevor Ubuntu 24.04.3 LTS am 7. August erscheint. Ziel der Ubuntu Produktpolitik ist es die Unterstützung aktueller Hardware auch unter der Langzeitversion sicherzustellen.

Der neue HWE-Stack basiert auf Komponenten aus Ubuntu 25.04. Dazu gehören der Linux Kernel 6.14 sowie die Mesa 25.0.7 Grafikbibliothek. Beide sorgen für eine bessere Performance, speziell bei grafikintensiven Anwendungen und modernen Spielen. Der Kernel bringt zudem Optimierungen für verschiedene Hardwaretreiber mit sich.

Mesa 25.0.7 bietet zahlreiche Verbesserungen gegenüber der vorherigen Version. Dazu zählen unter anderem Unterstützung für Vulkan 1.4, erste Kompatibilität mit RDNA4-GPUs sowie Fehlerbehebungen bei der Videoverarbeitung. Auch der neue NVK-Treiber und das ANV-Backend für Intel erhalten spürbare Optimierungen.

Für ältere AMD, Intel und NVIDIA Grafikkarten wird ein aktualisiertes mesa-amber Paket bereitgestellt. Dieses enthält weiterhin Kompatibilität für Legacy-Hardware und wird regelmäßig mit kleineren Bugfixes gepflegt. Damit bleibt Ubuntu 24.04 LTS auch auf älteren Systemen nutzbar.

Die Aktualisierungen befinden sich derzeit im sogenannten “noble-proposed” Testzweig. Nach erfolgreichem Abschluss der Testphase werden sie als reguläres Update für alle Nutzer veröffentlicht. Ein manuelles Eingreifen ist für Anwender in der Regel nicht notwendig.

Weiterführende Informationen gibt es hier.

6 Antworten zu „Ubuntu 24.04 LTS erhält aktualisierten HWE Kernel 6.14“

  1. Ponce-De-Leon

    An AH:

    Ja, aber Ubuntu pflegt Kernel selber mit Updates. Das EOL bezieht sich da auf den Support von kernel.org. Ubuntu geht da ein Stück weit seinen eigenen Weg.

  2. MK

    Ponce hat Recht. Canonical verfügt über entsprechende Ressourcen die Patches selbst für 6.14 einzupflegen und diesen somit selbst zu betreuen bis der nächste HWE Kernel kommt.

  3. MK

    Der HWE Kernel stammt aus dem STS Zweig. In dem Fall wurde der Kernel rückportiert aus Ubuntu 25.04, was derzeit aktuellen Support erhält und die jüngste STS Version ist. Solange Ubuntu / Canonical über entsprechende Manpower verfügt den Kernel vernünftig mit Sicherheitspatches zu pflegen, habe ich keine Bauchschmerzen mit der Sache. 🙂

  4. AH

    Das war nicht ganz ernst gemeint. Es ist eben auffällig, dass die immer wieder was als “ganz neu” ankündigen einzuführen, was in der restlichen (Linux-) Welt schon längst Geschichte ist.

    Ich vergleiche das mit den Backports bei LMDE (dauerhafte Testinstallation):

    Nachdem ich die letztes Jahr aktiviert hatte bekam ich die neue Kernelversion immer nur knapp 2 Wochen später als bei meinem Arch-Derivat (seit über 5 Jahren mein Hauptsystem) … bis zum 6.12: Der wird zwar immer mal wieder aktualisiert, aber es kommen keine neuen Versionen mehr.

    Da ich meine gelesen zu haben, dass Trixie mit dem 6.12 freigelassen wird (wie Bookworm mit dem 6.1 *), der afaik dort auch noch aktualisiert wird), vermute ich einen Zusammenhang.

    Ich war davon ausgegangen, dass zumindest die Backports immer weiter aktualisiert werden sobald sie stabil sind, aber nö. Ich muss erst wieder die nächste LMDE-Version abwarten, bevor es weiter geht – und das vermutlich auch nicht gleich. – Ich bin gespannt, ob das Versionsupgrade genauso irreparabel zerreißt, wie damals bei 17.3→18 (ich hatte natürlich eine Sicherung und habe es mehrfach auf unterschiedliche Arten versucht, aber immer war es hinterher nicht mehr bootfähig).

    Von meinem Hauptsystem musste ich in den fünfeinhalb Jahren noch nie eine neue Version installiert, es ist trotzdem immer noch aktuell und wird es weiterhin bleiben: Ich werde niemals eine neue Version installiern müssen. Da finde ich sehr angenehm. – Solche “Kulturschocks”, weil jede neue LTS-Version auch immer gleich gravierend umgekrempelt wird, gibt es dort nicht: Das war einer der Günde, weshalb ich nach fünf Jahren LinuxMint endgültig davon weg wollte.

    Sorry, so viel wollte ich gar nicht schreiben, aber eins führte zum anderen…

    *) Den 6.1 kann ich übrigens nicht nutzen, da meinen 5 GHz WLAN-Stick erst ab Kernel 6.2 unterstützt wird. – Ich hatte die Kernel-Versionen bei meinem Arch-Derivat durchprobiert. Es hat also nichts mit Debian zu tun.

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