Ubuntu 16.04 erreicht Supportende

Loading

Ubuntu 16.04 LTS Xenial Xerus erhält keine Sicherheitsupdates mehr, da der bisher noch laufenden “Expanded security maintenance” Supportplan auslief. Die Version erschien 2016 und bekam fünf Jahre Standardsupport sowie fünf weitere Jahre über ESM. Diese verlängerte Phase endete nun im April 2026 und macht gemäß Ubuntu Release-Cycle ein Handeln notwendig.

Ein direktes Upgrade auf eine aktuelle LTS Version ist nicht möglich. Systeme müssen mehrere Zwischenschritte durchlaufen und sich nacheinander auf 18.04, 20.04, 22.04 und schließlich 24.04 aktualisieren. Ab August 2026 steht dann auch der Wechsel auf 26.04 bereit, sobald das erste Point-Release veröffentlicht und der LTS Upgrade-Pfad geöffnet wurde.

Für Unternehmen mit strengen Vorgaben bietet Canonical eine Alternative. Über Ubuntu Pro lässt sich ein „Legacy Addon“ buchen, das weitere fünf Jahre Sicherheitsupdates liefert. Dieser Dienst deckt wichtige Pakete wie MySQL und NGINX ab und verlängert die Laufzeit bis 2031.

Der Zusatz ist jedoch kostenpflichtig und nicht für alle verfügbar. Wer prüfen möchte, ob eine Berechtigung besteht, kann dies über nachfolgendne Befehl im Terminal durchführen:

sudo pro status --all

Falls möglich, lassen sich die Legacy Komponenten anschließend mit diesem Befehl aktivieren

sudo pro enable esm-infra-legacy esm-apps-legacy

Für Unternehmen und Enterprise Kunden ist fehlender Schutz durch Sicherheitsaktualisierungen ein ernstes Risiko. Für private Nutzer mit alten Geräten ist das Ende des Supports eher ein Hinweis, das System nicht mehr für sensible Aufgaben zu verwenden und dass ein Upgrade mal anstehen könnte.

6 Kommentare zu „Ubuntu 16.04 erreicht Supportende“

  1. AH

    > Die Version erschien 2016 und bekam fünf Jahre Standardsupport

    Angeblich…

    Ich habe das darauf basierende LinuxMint 18.3 länger genutzt, da wie gerade erst zum anderen Artikel geschrieben LinuxMint an Version 19 ein no-go für mich war, und da war schon Ende 2019, also nach ca. 3½ Jahren, die Luft ziemlich raus: Es kamen kaum noch Aktualisierungen und für mich wichtige PPAs brachen weg (u. a. für 7zip, das in den Standardpaketquellen sogar noch in der Version von 2009! war – also schon 10 Jahre alt), so dass es für mich schon 1,5 Jahre vor dem offiziellen Supportende nicht mehr tragbar wurde.

    Die fünf Jahre halte ich deshalb für reines Marketing und der erweiterte Support ist für den normalen Nutzer erst recht nicht mehr praktikabel.

  2. MK

    Ich verstehe, dass sich ein LTS‑System gegen Ende seines Lebenszyklus alt anfühlen kann, aber die Schlussfolgerung, die fünf Jahre Support seien Marketing, trifft den Kern nicht: Canonical liefert die sicherheitsrelevanten Patches für Ubuntu weiterhin zuverlässig aus, allerdings als Backports in die vorhandenen Paketversionen und nicht als neue Upstream‑Releases. Genau das ist das Stabilitätsversprechen eines LTS Systems. Ubuntu selbst kümmert sich um Main und Restricted. Via Ubuntu Pro kommt auch Universe dazu. Ist ein Paket in Multiverse, gammelt es dort, sofern nicht ein Maintainer es pflegt.

    Dass PPAs irgendwann aussteigen, liegt in der Natur der Sache, denn sie sind freiwillige Drittangebote und gehören nicht zum offiziellen Supportumfang. Wenn ein Maintainer keine Pakete mehr für eine alte Basis baut, kann man das weder Ubuntu noch Mint anlasten, wenn auch gleich es nachvollziehbar unschön ist. Wenige Updates sind bei einem LTS kein Fehler, sondern das Konzept: Stabilität statt ständiger Versionssprünge. Und der erweiterte Support über Ubuntu Pro sorgt dafür, dass auch Universe‑Pakete länger sicher bleiben. Obwohl Linux Mint ein Ubuntu‑Ableger ist, kann leider nicht von Ubuntu Pro Universe Patches profitiert werden.

  3. AH

    Das ist mir alles bekannt und es verständlich, dass die Leute keine Lust haben, noch Arbeit in PPAs für Versionen zu stecken, die kaum noch jemand nutzt.

    Dadurch werden m. E. schon die fünf Jahre Makulatur, da es für den normalen Nutzer (Desktop: surfen, mailen, YouTube, usw.) nicht mehr sinnvoll ist eine Version zu nutzen, die kaum noch unterstützt wird, weil sie kaum noch jemand nutzt:

    Es fängt an immer weniger zu funktionieren und wenn man in Foren nach Hilfe fragt, tritt man eher eine Diskussion los, weshalb überhaupt noch eine so alte Version nutzt: Mit “alt” meine ich drei Jahre. Nach vier Jahren gibt es ja schon die übernächste LTS-Version und man stößt auf noch mehr Unverständlich. Und wenn man mit einer acht Jahre alten Version kommt (es also schon die überüberübernächste LTS-Version gibt), würde das wahrscheinlich eher in Beleidigungen und Spott ausarten.

    Wenn man es als Server einsetzt, sieht das vermutlich anders aus. Aber für den Desktop-Einsatz, was man selbst, Familie und Bekannten für den normalen Alltagsgebrauch nutzt, macht das keinen Sinn.

    Wenn es eine neue LTS-Version gibt, muss man nicht sofort darauf aktualisieren (sollte man wegen möglicher Kinderkrankheiten auch nicht), aber allerspätestens nach einem Jahr sollte man m. M. auf die neue Version umsteigen.

  4. MK

    Würde bei Mint eh empfehlen alle 2 Jahre auf die neueste Haupt-Version zu wechseln, bei Ubuntu ist es mit Pro etwas einfacher. Am Mint Desktop aber i.d.R. das Neueste und Beste.

  5. AH

    Ich habe mir überlegt, dass Zorin sicher nicht die beste Distribution ist, aber der attraktivste Einstieg, da es gegenüber dem eher altbacken wirkenden Cinnamon viel besser aussieht, tolle Effekte hat und hilfreiche Funktionen, wie dass automatisch Linux-Alternativen für Windows-Anwendungen vorgeschlagen werden.

    Sieh dir bitte aus Sicht eines umsteigewilligen Windows-Nutzer diese beiden Videos an:

    1. https://m.youtube.com/watch?v=Dg12mQBI4rg

    2. https://m.youtube.com/watch?v=b7DykHbsU10

    Ich finde seine Begeisterung ansteckend: Wer würde das nicht auch haben wollen, um z. B. auch anderen zeigen zu können wie toll Linux ist?

    Wenn man sich daran sattgesehen hat und was solideres möchte, ohne weiter Canonical und deren Plänen ausgeliefert zu sein, ware LMDE der meiner Meinung nach beste nächste Schritt. – Je nach eingeben Ambitionen kann man dann auch dabei bleiben. – Würde mein Vater noch leben, hätte es ich ihm 2020 vermutlich installiert, als LinuxMint 18.3 sich immer mehr verabschiedete. – Da das Upgrade-Tool zuverlässig funktioniert, sähe ich weiterhin keinen Grund ihm etwas anderes zu installieren.

    Wenn man sich dagegen weiter in Linux einarbeiten möchte, würde ich als nächstes Endeavour OS vorschlagen. Dann ist man auf Arch-Basis und hat quasi unendliche Möglichkeiten.

    Spätestens dann weiß man sowieso genug, um selbst entscheiden zu können wohin es ggfs. weiter gehen soll.

  6. MK

    Ich kann Dich gut verstehen. Habe auch ein Beispiel: Unter Ubuntu 22.04 wird GCC 11.4.0 angeboten. Hat man es in einer VM mit Virutalbox installiert, kann man die Gasterweiterungen nicht mehr verwenden/aktualisieren, da für die Erstellung des Kernelmoduls GCC 12 verlangt wird. Also muss man sich entweder selbst drum kümmern oder lässt es. Daher würde ich immer empfehlen, mit der aktuellen Version fahren, sobald der Upgradepfad auf ist. Es hat also schon ein gewisses Haltbarkeitsdatum ab dem dann immer weniger so selbstverständlich wie früher geht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert