TUXEDO OS vollzieht Kurswechsel: Debian Testing ersetzt Ubuntu‑LTS-Basis

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TUXEDO Computers stellt seine Distribution neu auf und verabschiedet sich von Ubuntu. Künftig baut TUXEDO OS auf Debian Testing und soll damit flexibler und aktueller werden.

Der Schritt folgt einer Phase langsamerer Updates. Besonders Plasma blieb hinter dem aktuellen Stand zurück. Die Pflege moderner Pakete auf einer älteren Ubuntu‑Basis wurde zunehmend schwieriger und kostete viel Aufwand.

TUXEDO nennt auch technische Gründe für den Wechsel. Neue Bibliotheken fehlen oft in Ubuntu LTS oder sind veraltet. Das Aktualisieren zentraler Komponenten wie Qt kann zudem andere Pakete beschädigen und sorgt für zusätzliche Arbeit.

Auch Canonicals strategische Ausrichtung spielt eine Rolle. Snap gewinnt weiter an Bedeutung, während klassische DEB‑Pakete weniger zentral werden. Dazu kommen Bedenken bei Sicherheitsupdates und eine unklare KI‑Strategie.

Debian Testing bietet eine modernere Paketbasis und bleibt dennoch stabil genug für den Alltag. TUXEDO will dauerhaft auf diese Schiene setzen und nennt das Konzept „Continuous Debian“. Die Struktur des Systems bleibt vertraut, Updates laufen wie gewohnt.

Neu ist der Standarddateisystemwechsel zu Btrfs. Automatische Snapshots sollen das System schützen und schnelle Rollbacks ermöglichen. Wer ein anderes Dateisystem wählt, verliert diese Funktionen.

Eine Beta folgt in Kürze. Für bestehende Installationen gibt es jedoch keinen direkten Umstieg. Nutzer müssen neu installieren, erhalten aber eine Anleitung zur Datenmigration. Alternativ bietet TUXEDO einen Wechsel zu Kubuntu 26.04 an.

Weiterführende Informationen finden sich im TUXEDO Blog.

12 Kommentare zu „TUXEDO OS vollzieht Kurswechsel: Debian Testing ersetzt Ubuntu‑LTS-Basis“

  1. Braunbär Otto

    Super!

    Noch einer der sich von Ubuntu verabschiedet.

    Back to the roots!

  2. Fritz

    Interressant, erst Mint jetzt Tuxedo. Bin gespannt wann die anderen “Größen” wie Pop OS oder Zorin auf Debian wechseln… Versierte Anwender machen ja schon eine ganze Weile einen Bogen um Original Ubuntu, irgendwann wird dann Ubuntu nur noch für Server stehen.

  3. Fritz

    PS. Wer den Tippfehler gefunden hat, darf ihn behalten…

  4. AH

    > Weiterführende Informationen finden sich im TUXEDO Blog: https://www.tuxedocomputers.com/de/Eine-neue-Grundlage-fuer-TUXEDO-OS-Umstieg-auf-Debian.tuxedo

    Der ist wirklich lesenswert!

    Wann tritt LinuxMint endlich dieses verdammte Ubuntu in die Tonne? – Zugunsten von LMDE.

    Mit LMDE-Testing können sie ja weiter zweigleisig fahren, nur mit dem Unterschied, dass das nächste LTS-LMDE direkt davon profitieren würde: Das wäre effizient. – Statt immer mehr Arbeit an die Ubuntu-Version zu verschwenden.

    Mein Verdacht, dass das immer mehr Kapazitäten frisst (wohl deshalb veröffentlichen die jetzt deutlich langsamer), hat Tuxedo bestätigt:

    —–
    So wird es zunehmend schwieriger, das von uns nicht gewünschte Paketsystem Snap aus dem System fernzuhalten, da Canonical immer mehr Anwendungen ausschließlich als Snap-Pakete bereitstellt und klassische Deb-Pakete zunehmend in den Hintergrund rücken.

    Solange TUXEDO OS auf Ubuntu basiert, übernimmt Canonical grundlegende Entscheidungen – etwa den Release-Zyklus, technische Weichenstellungen wie die zunehmende Verlagerung auf Snap oder künftig integrierte KI-Funktionen. Als Ubuntu-Derivat müssen wir diese Entscheidungen entweder übernehmen oder mit erheblichem Aufwand umgehen.
    —–

  5. AS

    Wie ist es eigentlich mit der Sicherheit bei Debian Testing?

    Du schriebst doch “Heißt Patches werden nicht zeitnah bereitgestellt, sondern frühestens dann, wenn ein Paket durch Unstable gewandert ist. Hier kann es jedoch unter Umständen Tage bis Wochen dauern, bis ein Patch in Testing ankommt. Aus dem Grund ist Testing keiner Empfehlung wert für den Alltagsbetrieb.”
    “Testing würde ich nicht mal dann einsetzen, wenn ich dafür bezahlt werden würde.”
    https://fosstopia.de/debian-editionen-vergleich/

    Werden Sicherheitsupdaets dann von Tuxedo separat gepflegt und eingebracht?

  6. MK

    @AS: Ist auch so. Schreibt Debian ja auch: https://www.debian.org/doc/manuals/debian-faq/choosing.de.html#s3.1.5

    ” Testing hat aktuellere Software als Stable, und ist gibt seltener gravierende Probleme als in Unstable. Sollten allerdings Mängel auftreten, dauert es oft eine ganze Weile, bis die Dinge wieder im Lot sind. Manchmal kann das Tage dauern, hin und wieder auch Monate. Und Testing hat hat keine zuverlässige Sicherheitsunterstützung. ”

    Wie Tuxedo das löst, das kann ich nicht beantworten. Müsste Tuxedo machen.

  7. Olli

    Hoffentlich zieht Mint nach…..ich denke da braut sich was zusammen im Hause Mint…nur so ne Vermutung…
    Mit Debian wäre alles einfacher?

  8. tvs

    btrfs sollte eigentlich fast schon das entscheidende Stichwort sein. Ich musste mich früher leider mehrfach mit fehlerhaften Updates und zerschossenen Konfigurationen von Ubuntu und Mint herumschlagen. Zugegeben, war ich auch nicht ganz unschuldig daran.
    Dann war ich (auch wegen meinem Spieltrieb) auf OpenSUSE umgestiegen und bereue es wegen dem snapper bis heute nicht. Das hatte mir schon mehr als nur einmal mein System gerettet. Schön, dass das nun auch andere so erkennen.

  9. AH

    @tvs: Das Problem bei Snapshots ist, dass sie sich auf dem selben Dateisystem befindet wie das damit “gesicherte” System: Ist das Dateisystem beschädigt, sind auch die Snapshots betroffen.

    Ich sichere ganz regulär per rsync auf andere Datenträger und das mehrstufig per Hardlinks: Da nur die Änderungen übertragen werden, dauert das bei SSDs üblicherweise nur wenige Sekunden (genauso wie die Wiederherstellung), aber das sind dann “richtige” Sicherungen, die sich immer wiederherstellen lassen: Selbst wenn der PC in Flammen aufging und man sich einen neuen gekauft hat.

    Hier habe ich das mit Beispielen beschrieben:

    https://www.computerbase.de/forum/threads/2217080/post-30003066

    btrfs nutze ich zwar auch, wegen der zstd-Komprimierung, aber als normales Dateisystem. D. h. ohne diesen @-Kram: Für mich ist das eine Vergewaltigung der Verzeichnisstruktur. – Die sogar vollkommen unnötig ist, weil das für Snapshots und Subvolumes überhaupt nicht benötigt wird.

    Keine Ahnung, welcher Schwachkopf auf diesen Blödsinn gekommen ist. – Das macht es nur unübersichtlich und provoziert Fehler.

  10. (TUXEDO-Mensch hier)

    Zu der Frage nach den Sicherheits-Fixes:
    Geplant und in Arbeit ist ein CVE-Monitoring um dann gefixte Pakete per eigenem Repo vorab auszuliefern, so sie noch nicht in Debian Testing selbst bzw. wenn die Pakete noch nicht auf userem Mirror der Debian Pakete sind.

    Mehr Details dazu folgen in den nächsten Wochen. Wir beleuchten in einer ganzen Reihe Blogartikel die unterschiedlichen Aspekte und Feature-Highlights.

  11. MK

    Danke an Vinz für das Update und den Kommentar.
    Ich bin gespannt, welche Details Ihr zum späteren Zeitpunkt veröffentlicht.
    VG
    Michael

  12. Fallon

    „Samuel Rüegger“ von GNU/Linux.ch hat sich direkt an die Pressestelle von TUXEDO gewandt, um nach dem Umgang mit der Sicherheit bei Debian Testing zu fragen:

    https://gnulinux.ch/tuxedo-os-wechselt-auf-debian-testing-und-beantwortet-die-si

    Das bestätigt das, was von @vinz schon gesagt wurde, nur etwas ausführlicher.

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