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Im April kündigte das Thunderbird Team erstmals Thunderbird Pro an. Dabei handelt es sich um optionale Zusatzdienste, die die bekannte Mailanwendung sinnvoll erweitern sollen. Im Mittelpunkt stehen drei neue Bausteine: Thundermail als eigener Maildienst, Appointment für Terminplanung sowie Send als sichere Lösung zum Teilen großer Dateien. Alle Dienste sind quelloffen und können bei Bedarf auch selbst betrieben werden.
Thundermail ist dabei die größte Neuerung. Der Dienst unterstützt gängige Standards wie IMAP, SMTP und JMAP und lässt sich somit nicht nur mit Thunderbird, sondern auch mit anderen Mailprogrammen nutzen. Nutzer können entweder ihre eigene Domain einbinden oder eine Adresse mit den Endungen @thundermail.com oder @tb.pro wählen. Die ersten Server stehen in Deutschland, weitere Standorte sollen folgen. Ziel ist es eine moderne und unabhängige Alternative zu etablierten Mailanbietern zu schaffen.
Mit Appointment rückt die Terminplanung in den Fokus. Das Werkzeug wird direkt in das Verfassen Fenster von Thunderbird eingebaut, sodass Einladungen und Buchungslinks ohne Umwege verschickt werden können. Künftig sollen verschiedene Formate wie Videokonferenzen, Telefongespräche oder persönliche Treffen unterstützt werden. Auch eine Gruppenplanung, bei der mehrere Personen ihre Verfügbarkeit bündeln, steht auf der Entwicklungsagenda.
Thunderbird Send erweitert das bekannte Filelink Konzept und bringt verschlüsselte Dateifreigaben direkt in den Client. Pro Nutzer stehen zunächst 500 Gigabyte Speicher bereit, eine Einzeldateigröße ist nicht begrenzt. Der Datentransfer wird durch gestückelte Uploads und starke Verschlüsselung abgesichert. Updates erfolgen über ein System Addon, sodass neue Funktionen unabhängig von großen Thunderbird Versionen bereitgestellt werden können.
Die Entwickler betonen, dass Thunderbird Pro ausschließlich eine Ergänzung bleibt. Die klassische Desktop und Mobilversion wird weiterhin kostenfrei und voll funktionsfähig angeboten. Kostenpflichtig sind nur die zusätzlichen Dienste, deren Betrieb erhebliche Ausgaben für Speicher und Bandbreite verursacht. Damit finanzieren sich diese Angebote selbst und entlasten die Spender, auf deren Unterstützung das Projekt weiterhin angewiesen ist.
Wer früh dabei sein möchte, kann sich bereits jetzt auf die Warteliste setzen lassen. Über Thundermail.com informiert das Team regelmäßig über Fortschritte und anstehende Tests. Damit wird Thunderbird Pro zu einem spannenden Schritt für alle, die ihre Arbeit künftig komplett innerhalb einer vertrauten und offenen Plattform organisieren möchten.
Weitere Details gibt es im Thunderbird August Blogpost.


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