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Die Open Infrastructure Foundation hat mit „Flamingo“ die 32. Hauptversion von OpenStack veröffentlicht. Die neue Ausgabe der bekannten Open-Source-Cloud-Plattform bringt tiefgreifende Veränderungen, von denen vor allem Unternehmen mit großen Infrastrukturen profitieren sollen. Der wohl wichtigste Schritt ist die vollständige Entfernung der veralteten Eventlet-Bibliothek.
Eventlet wurde vor fast zwanzig Jahren entwickelt, um nebenläufige Prozesse in Python zu ermöglichen. Damals bot die Sprache noch keine eigenen Mittel für asynchrone Programmierung. Heute ist das anders – und Eventlet gilt als überholt. Die Wartung wurde in den letzten Jahren vernachlässigt, was zu Kompatibilitätsproblemen und operativen Risiken geführt hat. Mit der Entfernung dieser Bibliothek legt OpenStack eine stabilere technische Basis für die Zukunft.
Ein besonders sichtbarer Fortschritt zeigt sich im Bare-Metal-Modul Ironic. Dieses läuft ab sofort als vollwertige Multi-Thread-Anwendung. Dadurch steigt nicht nur die Leistung, sondern auch die Skalierbarkeit. Unternehmen, die ihre Cloud-Infrastruktur auf echter Hardware betreiben, können damit schneller und zuverlässiger bereitstellen. Gerade in großen Rechenzentren ist das ein entscheidender Vorteil.
Mit mehr als 8000 Änderungen bringt Flamingo zahlreiche technische Neuerungen. Doch es sind vor allem die strategischen Weichenstellungen, die auffallen. OpenStack wird zunehmend als Alternative zu VMware positioniert. Angesichts der unklaren Zukunft von VMware erscheint dieser Ansatz zunehmend attraktiv. Zudem soll Flamingo OpenStack besser für moderne Arbeitslasten in Bereichen wie künstlicher Intelligenz und Hochleistungsrechnen rüsten.
Aktuell läuft OpenStack weltweit auf mehr als 55 Millionen Prozessorkernen im produktiven Einsatz. Mit Flamingo will die Community diesen Anteil weiter ausbauen. Obwohl die neue Version als nicht verpflichtend eingestuft ist, also ohne Weiteres übersprungen werden kann, gilt sie innerhalb des Projekts als bedeutsamer Meilenstein.
Die Macher von OpenStack sehen Flamingo als technische und strategische Vorbereitung auf die nächsten fünfzehn Jahre. Damit bleibt die Plattform ein zentraler Baustein für viele private und öffentliche Cloud-Umgebungen und eine zunehmend ernstzunehmende Alternative zu proprietären Lösungen.
Weiterführende Details finden sich hier.


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