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Microsoft kann Windows Installationen eindeutig identifizieren. Neue Gerichtsunterlagen machen das Ausmaß dieser Technik erstmals sichtbar. Datenschützer sehen dadurch offene Fragen zur Transparenz und Privatsphäre.
Im Mittelpunkt steht der sogenannte Global-Device-Identifier, kurz GDID. Diese Kennung entsteht während der Einrichtung mit einem Microsoft Konto. Sie bleibt dauerhaft erhalten und ändert sich erst nach einer vollständigen Neuinstallation. Betroffen sind sowohl physische Rechner als auch virtuelle Maschinen.
Bekannt wurde der GDID durch ein Verfahren gegen die Hackergruppe Scattered Spider. Ermittler nutzten die Kennung als wichtiges Beweismittel. Dadurch ließen sich Aktivitäten auf einem bestimmten Windows System eindeutig zusammenführen.
Nach den Gerichtsunterlagen kombinierte Microsoft den GDID mit weiteren Telemetriedaten. So konnten Ermittler Verbindungen zu einem ngrok-Account und einem VPN-Dienst herstellen. Gemeinsam mit IP-Adressen entstand daraus ein detailliertes Bild der Systemnutzung.
Im weiteren Verlauf sollen zusätzliche Onlinekonten dem Verdächtigen zugeordnet worden sein. Selbst Aufenthalte an bestimmten Orten ließen sich dadurch nachvollziehen. Die Ermittlungen zeigen, wie aussagekräftig verknüpfte Telemetriedaten sein können.
Grundsätzlich verwenden auch andere Betriebssysteme, auch macOS und Linux, eindeutige Gerätekennungen. Unter Linux existiert beispielsweise die machine-id. Im Unterschied dazu wird sie üblicherweise nicht automatisch mit umfangreichen Onlinedaten verknüpft. Android und iOS erlauben zudem das Zurücksetzen oder Deaktivieren bestimmter Kennungen.
Kritik richtet sich deshalb weniger gegen die Existenz einer Gerätekennung. Im Mittelpunkt steht vielmehr die fehlende Transparenz über deren Nutzung. Erst die veröffentlichten Unterlagen im Rahmen einer Strafanzeige zeigen, welche Informationen miteinander verbunden werden können.
Wer unter Windows möglichst wenige Daten preisgeben möchte, sollte ein lokales Benutzerkonto bevorzugen. Auch reduzierte Telemetrie und deaktivierte personalisierte Werbung verbessern den Datenschutz. Den größten Einfluss auf die Privatsphäre bieten jedoch Betriebssysteme, die Datensparsamkeit konsequent in den Mittelpunkt stellen. Linux sei hier wärmstens empfohlen. Einen ersten Überblick gibt es für Neulinge hier und wer beim Umstieg Hilfe braucht, sollte sich die kostenlosen fosstopia Onlinekurse anschauen.


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