Diese Open Source Betriebssysteme sagen nein zur Altersverifizierung

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Mehrere Open‑Source‑Projekte beziehen derzeit deutlich Stellung gegen neue Altersverifizierungsregeln, die in einigen Ländern diskutiert oder bereits beschlossen wurden. Die Forderungen zielen darauf ab, Altersprüfungen direkt im Betriebssystem zu verankern. Die betroffenen Projekte sehen darin jedoch einen massiven Eingriff in Datenschutz und technische Freiheit.

MX Linux, Garuda Linux und GrapheneOS hatten sich bereits positioniert und lehnen entsprechende Vorgaben ab inkl. Warnungvor Eingriffen in Privatsphäre und offene Entwicklung.

MX Linux macht den Anfang und weist die Idee klar zurück. Die Entwickler betonen, dass ein Betriebssystem keine sensiblen Altersdaten verwalten sollte und verweisen auf die Grundsätze freier Software. Nutzer sollen politischen Druck nicht an Linux‑Projekte richten, sondern an die Gesetzgeber ihrer Länder.

Auch Garuda Linux lehnt verpflichtende Altersprüfungen ab. Das Projekt sieht sich außerhalb der betroffenen Rechtsräume und verweist auf seine Infrastruktur in Europa. Eine Umsetzung würde nur erfolgen, wenn lokale Gesetze dies verlangen. Selbst dann soll sie so minimal wie möglich bleiben, um keine unnötigen Daten zu sammeln, wie das Projekt hier angibt.

Das Android ROM GrapheneOS geht noch einen Schritt weiter und schließt jede Form von Alterskontrolle im System grundsätzlich aus. Das Projekt will keine Identitätsdaten verarbeiten und nimmt mögliche Einschränkungen in einzelnen Regionen bewusst in Kauf. Die Entwickler sehen laut Post auf X die neuen Vorgaben als unvereinbar mit einem datensparsamen Betriebssystem.

Update: Auch das Zorin OS Projekt erteilt der Altersverifizierung via Blog Eintrag eine klare Absage.

Die drei Projekte senden damit ein quantitativ dünnes aber dafür immerhin sehr klares Signal. Altersverifizierung auf Betriebssystemebene widerspricht den Grundideen offener Software und gefährdet die Privatsphäre der Nutzer. Wie sich die Lage weiter entwickelt, hängt nun vor allem von politischen Entscheidungen ab. Es ist davon auszugehen, dass weitere Entscheidungen von großen Projekten wie z.B. Debian, Ubuntu, Linux Mint, Fedora, openSUSE oder Arch in naher Zukunft noch ausstehen.

6 Kommentare zu „Diese Open Source Betriebssysteme sagen nein zur Altersverifizierung“

  1. Stickoxyd

    Dieses Vorgehen ist doch wieder einmal nur Augenwischerei. Schaue ich mir Altersüberprüfungen an, so kann ich dort sonstein Alter angeben, das irgendwo oberhalb der verlangten Altersgrenze liegt. Von Altersprüfung kann doch überhaupt keine Rede sein. Eine Altersüberprüfung findet mithin nicht statt.
    Ausserdem hat mein Linux frei zu sein von irgendwelchen Überprüfungen, solange es sich nicht um meine persönlichen Kennwörter handelt.
    Grundsätzlich lehne ich ein derartiges Vorgehen ab, denn es wird hier nicht enden. der nächste Schritt wird in der verpflichtenden Einführung einer Schlüssldatei (EUID) auf dem Rechner bestehen, welche die Hardware-ID mit der User-ID verknüpft und somit jeglicher Einflussnahme Tür und Tor öffnet.
    Gefolgt von verpflichtender Telemetrie zu Schlüssel-Servern, die jeden Webseiten- oder Programmaufruf genehmigen müssen.

    Wehret den Anfängen…..

  2. Ponce-De-Leon

    Zorin OS wird Alterverifizierung auch nicht unterstützen. Hier der Link zum Statement:
    https://forum.zorin.com/t/statement-about-age-verification-laws/61052

  3. AH

    Vor allem: Woher soll das OS wissen, wer es benutzt?

    Ein Kind, dass z. B. dem PC seines Vaters nutzt, kann auf alles zugreifen.

    Das fällt doch wohl eher unter die Aufsichtspflicht der Eltern, Kindern sowas nicht zu ermöglichen. – Z. B. die Fritzbox (ich hatte nie eine) soll doch entsprechende Möglichkeiten haben, nur bestimmte Alterklasse für bestimmte Geräte zu erlauben. Mit aktualisierbaren Filterlisten, oder sowas.

  4. peter braun

    Hei, ich benutze Grahene OS und MXlinux, neben Linux Mint, bin froh das ich mich so entschieden habe. Kinder schuetzen …lobenswert, aber ich denke es geht weiterhin eigentlich um was anderes…..
    Eine gute Schulbildung ist eine gute Voraussetzung, damit die Kinder sich auf diversen Sozial Media Plattformen eine eigene Meinung bilden koennen und dannach handeln.
    Aber davon ist wohl nicht die Rede ….. , wie war das mit der Pisa Studie ???
    Gruesse aus Norwegen , Peter

  5. Olli

    Keine verpflichtenden Angaben zur Verifizierung von Nutzern und FOSS.
    Wehret den Anfängen…
    Die Amis leiden dich alle unter Verfolgungswahn ….

  6. Florian

    Technischer Lösungsvorschlag,
    für den Fall das es Rechtlich nicht zu verhindern ist:
    PGP key Generieren und von Behörden als ist ein Erwachsener mit ihrem Key signieren lassen.
    Wenn sie das dann auch nicht wollen sind sie selbst das Problem…

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