KDE Linux: Abkehr von Zen Kernel und AUR

Loading

KDE Linux konnte im Mai spürbare Schritte nach vorne machen und gewinnt an Struktur. Das Projekt stärkt seine Grundlagen und bringt mehr Kontrolle in Aufbau und Pflege des Systems.

Die Entwickler setzen nun auf den eigenen kde‑builder, um KDE Software direkt zu kompilieren. Das frühere Erstellen von Arch‑Paketen entfällt damit. Die Distribution bleibt zwar technisch nah an Arch, verfolgt aber einen klar eigenen Weg. Sie nutzt ein unveränderliches Abbildsystem und konzentriert sich auf Flatpak Apps für die Softwareverteilung.

Auch die Qualitätssicherung wächst. Jede neue Systemabbildung wird automatisch gestartet und bis zum Desktop geprüft. Zusätzlich entsteht ein Testsystem auf Basis von OpenQA, das fehlerhafte Images früh erkennen soll. So will das Projekt langfristig stabilere Veröffentlichungen erreichen.

Beim Kernel geht KDE Linux zurück zum Standard. Der zuvor genutzte Zen‑Kernel brachte laut Entwicklern kaum Vorteile. Gleichzeitig verschwinden Module wie OpenRazer und APFS aus dem Kernel, da sie Probleme bei Sicherheitsprüfungen verursachen könnten. APFS bleibt über einen FUSE‑Treiber nutzbar, doch dessen Zukunft ist unklar.

Ein weiterer Schritt betrifft die Sicherheit. Das veraltete fuse2 wurde entfernt, was ältere AppImages beeinträchtigen kann. Zudem verabschiedet sich KDE Linux vollständig von der AUR‑Nutzung. Das frühere Skript zum Erzeugen von PKGBUILDs galt als schwer wartbar und widersprach dem Ziel eines unabhängigen Systemfundaments.

Neue Dienste kümmern sich nun darum, vorinstallierte Flatpaks auch auf bestehenden Installationen nachzureichen, ohne entfernte Apps wiederherzustellen. Außerdem lassen sich selbst kompilierte Programme nun in opt/local ablegen. Ein Fehler beim Einsatz zweier Live‑USB‑Sticks wurde ebenfalls behoben.

Für weiterführende Informationen sei auf die offizielle Ankündigung verwiesen.

Ein Kommentar zu „KDE Linux: Abkehr von Zen Kernel und AUR“

  1. AH

    > Beim Kernel geht KDE Linux zurück zum Standard. Der zuvor genutzte Zen‑Kernel brachte laut Entwicklern kaum Vorteile.

    Das kann ich bestätigen: Als ich 2020 auf Artix umgestiegen bin, habe ich etwas später auch mit dem Zen-Kernel experimentiert und damals brachte er mir messbare Vorteile, so dass ich dabei geblieben bin.

    Als ich vielleicht 1,5 Jahre später nochmal mit dem Mainline-Kernel der selben Version verglichen habe, war bei manchen Sachen sogar der normale Kernel tendenziell etwas besser und erschien auch ausgewogener: Was nützt es, wenn etwas unwesentlich besser ist, anderes aber darunter leidet?

    Auch als ich letztes Jahr nochmal beide verglich (diesmal nur bzgl. Videowiedergabe bei hoher CPU-Last), erschien mir der Zen als die schlechtere Wahl.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert