Nextcloud veröffentlicht ersten Digital Sovereignty Index

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Der deutsche Cloud Anbieter Nextcloud hat erstmals einen Digital Sovereignty Index vorgestellt. Das Unternehmen entwickelt freie und quelloffene Software für den Betrieb einer privaten Cloud. Ziel der Erhebung ist es, den Stand der digitalen Selbstbestimmung in verschiedenen Ländern messbar zu machen.

Unter digitaler Souveränität versteht man die Fähigkeit, wichtige digitale Dienste selbst zu betreiben. Dies geschieht unabhängig von großen Technologiekonzernen und auf eigener Infrastruktur. Bürger, Unternehmen oder Staaten behalten so die Kontrolle über Daten und digitale Prozesse.

Für den Index wertete Nextcloud Daten von rund 7,2 Millionen Servern weltweit aus. Bewertet wurde die Nutzung selbst gehosteter Anwendungen für Dateien, Videokonferenzen und Projektmanagement. An der Spitze liegt Finnland mit 64,5 Punkten vor Deutschland mit 53,85 Punkten und den Niederlanden mit 36,32 Punkten.

Der EU Durchschnitt liegt bei 16,31 Punkten. Frankreich, Österreich und die Schweiz erreichen Werte im Mittelfeld. Großbritannien, Spanien, Italien und Belgien schneiden deutlich schlechter ab. Schweden landet knapp unter dem EU Schnitt, während Dänemark und Norwegen zu den Schlusslichtern gehören.

Auch Kanada und die USA liegen nur im Mittelfeld. Ihre Werte liegen bei rund 15 Punkten und damit unter dem EU Schnitt. Grund ist die starke Abhängigkeit von großen US Cloud Anbietern wie Amazon und Microsoft. Dies bremst die Verbreitung von selbst gehosteten Lösungen.

Credit: dsi.nextcloud.com

Die Erhebung basiert auf öffentlich sichtbaren Servern pro 100.000 Einwohner. Grundlage sind Fingerprints von rund 50 quelloffenen Anwendungen, die am 28. Juli 2025 über Shodan.io erfasst wurden. Laut Nextcloud zeigt der Index vor allem die Aktivitäten kleiner Firmen und privater Betreiber.

Weiterführende Informationen gibt es hier und hier.

3 Antworten zu „Nextcloud veröffentlicht ersten Digital Sovereignty Index“

  1. Ich werde mich bald verabschieden von Nextcloud.
    Kaum hat man eine Aktualisierung gemacht kommt schon die nächste. Die Ansprüche an php Funktionen werden höher. Nicht jeder Hoster hat die geforderten php Funktionen. KI wird immer mehr intigriert. Der Speicherplatz auf dem Server wird auch immer größer.

    Eigentlich benötige ich nur den Kalenderserver.

    Den habe ich mir nun selber auf meinen Server mit Baikal erstellt und einen eigenen Webkalender erstellt. Dieser funktioniert auch auf Android.

    Grüße aus Mittelhessen, nahe aus dem “Herzen der Natur”

  2. Anonym

    Die Studie scheint die Rolle internationaler Hoster zu unterschätzen? Große Hoster wie das rote H haben sehr viele Server in Deutschland oder Finnland oder das französische O in Frankreich, aber das bedeutet nicht, dass nur deutsche, finnländische oder französische Nutzer jeweils im eigenen Land ihre Dienste in Anspruch nehmen. Die Daten von Nutzern aus der ganzen Welt können auf diesen Servern liegen, ich kann mir z.B. sehr gut vorstellen dass es viele aus Österreich gibt die ihre Nextcloud-Instanz bei Hetzner auf einem deutschen Server hosten. Ein Index, der die digitale Souveränität misst, müsste den tatsächlichen Wohnort der Nutzer stärker gewichten als den physischen Standort der Server.

  3. Bernd Voss

    Ich denke, Nextcloud ist für jeden privaten Anwender eine ernstzunehmende Alternative zu kommerziellen Anbietern wie Google, Apple und Co. Ich nutze Nextcloud zusammen mit OpenProject und OpenOffice auf einem als Server umfunktionierten kleinen IBM Think-Client unter Ubuntu 22.04. Es funktioniert perfekt, stabil und sicher.
    Ich bin sehr gespannt auf die weitere Entwicklung, zumal nun sogar das Land Schleswig-Holstein 28.000 Arbeitsplätze auf Linux und Nextcloud umrüsten wird. Ich hoffe, es ist ein starkes Signal zu mehr Unabhängigkeit von den großen Big-5-US-Konzernen und zu mehr Freiheit in der Datenhoheit eines jeden Anwenders.

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