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Im Debian Umfeld deutet sich ein großer Schritt an. Das GNOME Team hat angekündigt, GTK2 aus dem aktuellen Entwicklungszweig zu entfernen. Die Änderung soll vor der Veröffentlichung von Debian 14 erfolgen, die für Mitte 2027 vorgesehen ist. Damit endet für das betagte Toolkit eine lange Übergangsphase.
GTK2 erhält seit Jahren keine Pflege mehr. Die Entwicklung stoppte Ende 2020 und wurde durch GTK4 abgelöst. GTK3 gilt seit langem als stabile Basis und ist in Debian seit vielen Jahren etabliert. Dennoch hängen noch rund 150 Pakete an der alten Bibliothek, was den Aufwand für die Pflege erheblich erhöht.
Andere Distributionen haben diesen Schritt bereits vollzogen. Arch Linux entfernte GTK2 aus den offiziellen Repositories und verschob es in den AUR Bereich. Red Hat liefert seine aktuelle Enterprise Version sogar komplett ohne Unterstützung aus. Debian folgt damit einem Trend, der vor allem Sicherheitsrisiken und technische Altlasten reduzieren soll.
Ein Hindernis bleibt jedoch bestehen. Der grafische Debian Installer nutzt weiterhin GTK2 und muss vor einer vollständigen Entfernung angepasst werden. Auch einige beliebte Anwendungen setzen noch auf das alte Toolkit. Eine Portierung wäre oft aufwendig und in manchen Fällen kaum realistisch.
Als möglicher Kompromiss steht die Auslagerung in externe Repositories im Raum. Mit Debusine könnten solche Pakete weiter gebaut werden, ohne das Hauptarchiv zu belasten. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus, doch der Kurs ist klar. GTK2 wird langfristig aus Debian Repos verschwinden, sofern kein neuer gepflegter Fork entsteht.
Weiterführende Informationen zu dem Thema finden sich hier.


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