Azure Linux 4.0 wird auf Fedora aufsetzen

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Microsoft setzt beim Open Source Summit ein deutliches Zeichen. Der Konzern zeigt neue Linux‑Entwicklungen und präsentiert Werkzeuge für eine Zukunft, die er selbst als AI native beschreibt. Die Richtung ist klar. Microsoft will tiefer in offene Ökosysteme hinein und gleichzeitig eigene Grundlagen für agentenbasierte KI schaffen.

Azure Linux erhält einen großen Sprung. Die kommende Version 4.0 startet als öffentliche Vorschau für virtuelle Maschinen. Sie befindet sich noch im Aufbau und steht nicht zum Download bereit. Interessierte können sich jedoch für frühen Zugang anmelden. Parallel dazu erreicht Azure Container Linux den allgemeinen Verfügbarkeitsstatus. Das System arbeitet unveränderlich und konzentriert sich vollständig auf Container. Es verzichtet bewusst auf Paketverwaltung und setzt auf ein schreibgeschütztes Abbild.

Microsoft richtet dieses System an Teams aus, die strenge Sicherheitsanforderungen erfüllen müssen. Die Angriffsfläche bleibt klein und die Lieferkette liegt vollständig in Microsofts Hand. Das Unternehmen positioniert sich damit stärker im Umfeld regulierter Cloud‑Umgebungen.

Im Bereich agentenbasierter KI stellt Microsoft neue Bausteine vor. Das Microsoft Agent Framework vereint frühere Projekte wie Semantic Kernel und AutoGen in einem offenen SDK. Es soll mehrere Agenten koordinieren und eine gemeinsame Grundlage schaffen. Ergänzend dazu erscheint das Agent Governance Toolkit, das Identität, Richtlinien und Prüfmechanismen für KI‑Agenten abdeckt. Auch Protokolle für die Kommunikation zwischen Agenten verschiedener Anbieter gehören dazu.

Spannend wird es beim Blick hinter die Kulissen. Offiziell erwähnt Microsoft Fedora nicht. Doch der Azure Linux 4.0 Zweig auf GitHub zeigt ein anderes Bild. Dort wird im README.md Fedora klar als Basis genannt. Azure Linux besteht demnach aus Konfigurationsdateien und gezielten Anpassungen, die direkt auf Fedora aufsetzen. Die Pakete stammen aus den Fedora‑Quellen und Abweichungen bleiben gering.

Bereits im vergangenen Monat deuteten Diskussionen im Fedora‑Umfeld auf Microsofts Einfluss hin. Ein Vorschlag für x86‑64‑v3‑optimierte Pakete in Fedora 45 wurde von Microsoft‑Ingenieuren mitverfasst. Die Motivation lag in Azure Linux und dem Wunsch nach mehr Leistung. Zwischenzeitlich stand sogar ein vollständiger Fork im Raum. Am Ende entschied man sich jedoch für Zusammenarbeit innerhalb des Fedora‑Projekts.

Warum Microsoft den Fedora‑Bezug nicht offen kommuniziert, bleibt Spekulation. Fedora gilt als Vorstufe zu Red Hat Enterprise Linux. Red Hat ist Partner und zugleich Wettbewerber im Unternehmensumfeld. Eine offene Erwähnung hätte wohl für unnötige Spannung gesorgt.

3 Kommentare zu „Azure Linux 4.0 wird auf Fedora aufsetzen“

  1. AH

    @MK: Kannst du den Kommentar von Uwe und meine Antwort darauf hierhin verschieben? Das würde viel besser passen:

    https://fosstopia.de/ubuntu-core-26/#comment-78420

    Diesen kannst du dann löschen.

  2. Jörg

    Für wie doof hält eigentlich Microsoft so manche User?
    Ich bin vor Jahren weg vom ausspionieren und gängeln durch das Redmond Unternehmen und soll mich jetzt, auf Umwegen, für ein Linux entscheiden, wo Microsoft seine Hand drauf und seine Software drin hat?
    “Never ever Microsoft!” Egal in welcher Form.
    Das Fedora sowas mitmacht verstehe ich auch nicht und will es auch nicht verstehen!
    Mein erstes Linux System das auf meiner “Blacklist” steht!

  3. MK

    @Jörg: Azure Linux ist keine Linux Distro wie Du sie kennst. Es ist die Microsoft interne Grundlage von Azure im Sinne von Azure-Infrastruktur, Container Hosts oder Cloud Workloads. Das lädt und installiert sich keiner von uns wie Debian, Ubuntu usw

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