Massiver AUR Vorfall: Über 1.500 Arch‑Pakete mit Malware verseucht

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Die Arch Linux Community erlebt einen der größten Sicherheitsvorfälle ihrer Geschichte. Im AUR wurden weit über eintausend Pakete manipuliert und mit Malware versehen.

Zunächst ging man von rund 400 betroffenen Paketen aus. Doch die Zahl stieg im Laufe der Analyse immer weiter an. Erst meldete die Community etwa 900 kompromittierte Einträge. Später bestätigten die Entwickler mehr als 1.500 manipulierte Pakete. Die Angreifer hatten schädliche Commits in zahlreiche Repositories eingeschleust. Das AUR ist ein von Nutzern gepflegtes Archiv und daher besonders anfällig für solche Angriffe.

Die Entwickler reagierten schnell und entfernten alle bekannten schädlichen Änderungen. Laut dem letzten Stand handelt es sich um mindestens 1.579 Pakete. Die Liste gilt jedoch nicht als vollständig. Viele Projekte könnten noch geprüft werden müssen. Der Vorfall zeigt, wie groß die Angriffsfläche eines offenen Nutzerarchivs ist. Besonders populäre Pakete können dabei ein attraktives Ziel sein.

Die genaue Ursache wird noch untersucht. Klar ist jedoch, dass die Angreifer gezielt vorgegangen sind. Sie nutzten das Vertrauen in die Community und die Offenheit des AUR. Nutzer sollten ihre installierten Pakete prüfen und verdächtige Aktualisierungen hinterfragen. Ein Blick in die Paketverläufe kann helfen, Manipulationen zu erkennen.

Arch Linux selbst ist nicht betroffen. Die offiziellen Repositories gelten als sicher. Das AUR bleibt jedoch ein Ort, an dem Vorsicht geboten ist. Viele Pakete stammen von einzelnen Maintainern. Eine gründliche Prüfung vor der Installation ist daher immer ratsam.

Der Vorfall dürfte die Diskussion über Sicherheit im AUR neu entfachen. Werkzeuge wie AUR Helfer oder manuelle Prüfungen werden wichtiger. Die Community arbeitet bereits an weiteren Maßnahmen. Klar ist, dass dieser Angriff Spuren hinterlässt und das Vertrauen vieler Nutzer erschüttert. Weiterführende Informationen finden sich im Arch AUR Report.

21 Kommentare zu „Massiver AUR Vorfall: Über 1.500 Arch‑Pakete mit Malware verseucht“

  1. Uwe

    Es würde mich nicht wundern wenn es so bei Flatpak und Snap ähnlich aussehen könnte. Hat nur noch keiner gemerkt….

  2. MK

    @Uwe: Das mag bei unseriösen Containern durchaus zutreffen. Daher immer meine Hinweise auf die Integrität zu achen: Nur Software / Apps von verifizierten Entwicklerkonten nutzen und von unverifizierten meiden.
    Installiert man jedoch jeden Käse, z.B. aus dem AUR, weil es ja da ist, läuft man Gefahr Opfer solcher Maßnahmen zu werden. Auf dieses AUR Problem hatte ich schon öfter hingewiesen.

  3. AH

    Problematisch ist das vor allem für Derivate, bei denen sich das (herkömmliche) AUR einfach im GUI aktivieren lässt, wie z. B. Manjaro.

    Jemand der es erst gezielt im Terminal aktiviert und nutzt, ist sich eher der Gefahren bewusst und weiß worauf er/sie/er zu achten hat. – Ob es dann auch getan wird, ist eine andere Sache: “Bequemlichkeit tötet Kompetenz”, wie es so schön heißt.

    Ich kontrolliere das PKBUILD bei den paar Sachen aus dem AUR bei jeder Aktualisierung (die ich immer nur manuell anstoße) und keines der Programme wird in der Liste genannt:

    https://md.archlinux.org/s/SxbqukK6IA

    Aber u. a. 12 dkms (Kernel-Module) und mehreres zu GNOME.

    Das chaotic-aur soll übrigens sicher sein:
    https://forum.garudalinux.org/t/attack-wave-on-aur-packages/48124

  4. AH

    @MK: PPAs solltest du aber auch dazuzählen. Da hat man nicht mal die Möglichkeit es zu kontrollieren, im Gegensatz zum AUR.

  5. MK

    @AH: Selbstverständlich hast Du Recht und ich hatte in Videos immer in Verbindung mit PPAs davor gewarnt, dass bindet man das ein, man sich auch gefährliche Sachen ins System einfangen kann. Also auch PPAs, sofern nötig, nur von seriösen Entwicklern einbinden und nicht von jedem beliebigen Paket was einspielen.

  6. Jens

    Das ist das Problem, wenn man als Nutzer, der von diesen Dingen keine Ahnung hat, auf Community-Systeme zu setzen, bei denen jeder wirken kann, wie er will, nur weil sie gehyped werden. Das war von jeher meine Kritik bei solchen Arch Linux Distributionen. Ich brauche da nur an das, noch gar nicht so lange her gewesene Nvidia Update bei Cachy OS, bei dem der Bildschirm schwarz blieb. Man kann sich viel negatives bei Ubuntu raussuchen, aber ich habe mit Ubuntu noch nie Probleme gehabt. Und Ubuntu Pro gibt noch ein wenig mehr Sicherheit fürs System. Die bekannt gewordenen Scherheitslücken z.B. sind bei Ubuntu alle gefixt. Da steht eben ein potendes Unternehmen dahinter und eine Softwareverwaltung, bei der NICHT jeder DAU machen kann, was er will.

  7. Uwe

    @MK 13. Juni 2026
    Genau das ist auch ein wesentlicher Grund für mich, diese ganzen Container oder PPAs zu meiden. Mal abgesehen von der eklatanten Datenschwemme und Platzanspruch auf der SSD/HDD bei Installation und Nutzung ist der Sicherheitsaspekt für mich seit Beginn meiner Linuxzeit unabdingbar.

    Ich nutze ausschliesslich das Repository über Synaptic oder
    verifizierte Einzel-Dateien (*.deb) für die Installation!

  8. AH

    https://aur.archlinux.org/

    Statistics
    Packages 107288

    Massiver AUR Vorfall: Fast 1,5 % Arch‑Pakete mit Malware verseucht

    😉

    Zumindest haben sie sehr schnell reagiert.

  9. Kiesi

    Seit Monaten erscheinen gehäuft Meldungen über erhebliche Sicherheitsmängel in Linux. Langsam verdichtet sich bei mir der Eindruck, die vermeintlich viiiiiel höhere Sicherheit war nur durch die geringe Verbreitung (ca. 4%) begründet. Wirklich sicherer scheint hier gar nichts zu sein.

  10. tclinux

    @Kiesi
    Diese Aussage ist gelinde gesagt Quark.

    Da es laufend Rückrufe bei Autos gibt, ist wohl ein Auto zu fahren zu gefährlich. #Ironieoff

    Gut dass Windows sooo sicher ist. 😀

    Brain 2.0 hilft da, um sich nicht jeden Mist auf die Platte zu laden.

  11. AH

    Oh, das ist fies (s. Screenshot dort):

    https://www.phoronix.com/news/Arch-Linux-AUR-More-Malware

    Das wäre mir bei der Kontrolle des PKGBUILDs nicht aufgefallen.

  12. Sims

    @ Kiesi – diesen Eindruck habe ich auch. KI-Analyse deckt zwar viel auf, aber wer kann schon ahnen, was schon ausgenutzt wurde und noch nicht publik wurde? Neben den Meldungen der letzten Wochen kommen noch Internet-of-things, Android, Linux-Server, mehr Nextcloud-Clouds und auf Linux virtualisiertes Windows (paedML) dazu – das sind schon attraktive Ziele. Ich lese das auch mit Sorge.

  13. Jens

    Es wird niemand gezwungen Linux zu verwenden. Es gibt auch noch andere Betriebssysteme, wenn man den Eindruck hat, Linux ist nicht sicher.

  14. tclinux

    Sich immer nur Sorgen machen und das negative an XY sehen, verstellt den Blick auf die Chancen.
    Einfach machen, Gehirn einsetzen und immer backups machen. Dann klappt es auch mit Linux.

  15. MK

    Die Sicherheit von Linux ermisst sich nicht daran, dass es Malware gibt, die von Nutzern installiert wird.

    Es erinnert mich etwas an die Jahrtausendwende, als man den Leuten sagen musste: “Installiert nicht jede kostenlose Exe Datei auf Eurem Computer” oder “Installiert nicht gecrackte Software” etc etc. So nach dem Motto: Es ist kostenlos, was soll schon schief gehen.
    So sehe ich das mit dem AUR auch. Im Prinzip eine super Sache. Aber in der Realität scheitert es in meinen Augen an der Integrität. Es ist für mich keine vertrauenswürdige Softwarequelle. Das ist ähnlich wie bei den Ubuntu PPAs. Auch viele Möglichkeiten sich das System zu schrotten. Es fällt vielen scheinbar schwerer als den wenigen hier vernünftig abzuwägen.

    Software sollte stets immer nur von vertrauenswürdigen Quellen bezogen werden. Dazu zählen z.B. die Distributions-Paketquellen, sowie bei Flatpak und Snap die Apps, die von verifizierten Entwickerkonten kommen. Der Rest ist m.E. nach nicht vertrauenswürdig. Aber das jeder sehen, wie er mag. Das ist aber mein Modell, mit dem ich stets gut fuhr über viele Jahre.

  16. AH

    Ich sehe das AUR auch als Möglichkeit zu lernen:

    Z. B. nutze ich den Opera-Browser, den es nur per AUR gibt: Die “Bauanleitung” lädt sich das .deb direkt von Opera (ich kontrolliere den Link immer genau) und konvertiert es in ein Arch-Paket, das dann per pacman installiert wird (wobei ich auf die Größenänderung achte: gibt es plötzlich einen großen Unterschied, weiß ich, dass da was nicht passt und breche ab – hat es aber noch nie).

    Irgendwann werde ich mir genau ansehen, wie diese Konvertierung funktioniert, damit ich bei Bedarf auch selbst Debian-Pakete konvertieren kann.

    Gleiches bei “Bauanleitungen”, die den Quellcode laden und komplieren, oder .rpm Pakete konvertieren, usw.

    Aber es gibt bei Linux noch so viel anderes zu entdecken und auszuprobieren, das mich mehr interessiert: Unendliche Weiten… 🙂

    (Ich muss dann immer an das erstaunte “Es ist voller Sterne!” aus dem Anfang von 2010 (der Film) denken. 🙂 )

  17. MS

    @Uwe

    Snap ist wahrscheinlich sicherer als Flatpak, weil der Snap Store gewollt proprietär ist und ausschließlich von Canonical kontrolliert wird. Canonical muss für seine Firmenkunden eine gewisse Sicherheit garantieren, was jedes Hobbyprojekt nicht muss. Zudem bedeutet Open-Source nicht automatisch mehr Sicherheit. Wer kontrolliert, ehrlich gesagt, regelmäßig selbst jede einzelne Zeile an Quellcode von Paketen, die er installiert? Da verlässt man sich in der Regel auch darauf, dass es “irgendjemand anderes” gemacht hat. Hier beißt sich argumentativ mal wieder die Katze in den Schwanz. 😉

  18. AH

    Statt zu diskutieren was gefährlicher ist, sollte man sich besser überlegen, was dafür am wenigsten anfällig wäre. Und da denke sicherlich nicht nur ich an die:

    -=> LinuxMint Debian-Edition (LMDE) <=-

    Kein PPA, kein Snap, unabhängig von Ubuntu-Machenschaften und erst recht kein AUR. – Dafür Flatpack und die Möglichkeit auch Homebrew zu nutzen. (@MK: Hast du die das schon mal abgesehen?)

    Ein sehr gute ausgestattetes rundum-sorglos-Paket, das zuverlässig und stabil funktioniert und außerdem pflegeleichter als die reguläre Version ist, da es keine extra zu installierenden Point-Releases gibt, sondern man alles, einschließlich neuer Cinnamon-Versionen, als normale Aktualisierungen bekommt.

    Auch das Upgrade 6→7 hat bei meiner Testinstallation *) zuverlässig funktioniert, obwohl ich schon seit über einem Jahr alles auf die Backports aktualisiert hatte: "sudo apt upgrade -t bookworm-backports"
    (Es lief auch damit stabil, aber bei einem Produktivsystem würde ich das nicht machen: Backports sollte nur installieren, wenn man sie wirklich benötigt und dann auch nur diese, nicht pauschal alle.)

    *) als Hauptsystem nutze ich seit Anf. 2020 Artix

    @MK:

    Du hattest LMDE zwar immer mal wieder thematisiert, aber wie man es installiert (am besten parallel zu Windows) hattest du m. W.noch nicht. – Wo Windows 10 dieses Jahr auch bei uns sterben wird, wäre es doch ein guter Zeitpunkt dafür.

  19. Olli

    @AH ich gebe dir in allen Dingen recht mit LMDE. Ich habe meine Laptops mit LMDE7 am Laufen. Leider meine große Maschine funktioniert nicht, da der Kernel nicht meine Grafikkarte RX 9060 XT unterstützt. Daher nutze ich LM 22.3.
    Hier funktioniert alles. Ich habe zusätzlich das neue ClamUI installiert und eingerichtet. Das wäre mal ein Video wert.

  20. AH

    @Olli: Ich habe etwas gesucht und die GraKa braucht offenbar mindestens Kernel 6.14 und Mesa 25.1 um rund zu laufen.

    Beides gibt es bei LMDE 7 als Backports inzwischen sogar neuer: In Synaptic jeweils auswählen und über’s Menü Paket/Version erzwingen einmalig umstellen: Ab dann werden die immer auf die Backports aktualisiert.

    Du kannst ja einfach eine der anderen LMDE-Imstallationen per rsync übertragen, um das zu testen. Oder mach es wie ich und übertrage es auf eine ext. SSD, die du dann an jedem Rechner booten kannst:

    https://www.computerbase.de/forum/threads/2217080/post-31393403

    Hier hatte ich noch Windows 11 und mehrere Linux-Installationen auf der SSD:

    https://www.computerbase.de/forum/threads/2217080/post-30524255

    Btw:

    Ursprünglich wollte mich meine Mutter auch Oliver nennen, aber irgendein Verwandter sprach es wiederholt als “Oliiiiiver” aus, also mit sehr langem “i”, was ihr überhaupt nicht gefiel. Deshalb heiße ich Andreas. 🙂

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