Kalifornien und Colorado lenken ein: Altersverifizierung trifft Open Source nicht mehr

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Die Diskussion um neue Altersprüfgesetze sorgt seit Monaten für Unruhe in der Open Source Welt. Nun bewegen sich Kalifornien und Colorado und schaffen klare Ausnahmen für freie Betriebssysteme und Community Software. Beide US Bundesstaaten reagieren damit auf deutliche Kritik aus der Linux Gemeinschaft.

Kalifornien arbeitet derzeit an einer Anpassung des Digital Age Assurance Act. Der ursprüngliche Text verlangte eine verpflichtende Altersabfrage im Betriebssystem und eine Weitergabe an Anwendungen über eine Schnittstelle. Die neue Fassung von AB 1856 schließt jedoch Projekte aus, die ihr System unter freien Lizenzen verbreiten. Damit fallen nahezu alle bekannten Linux Distributionen aus dem Geltungsbereich.

Auch Anwendungen profitieren von einer Änderung. Software gilt nicht mehr als reguläre App, wenn sie nicht über einen unterstützten Store verteilt wird. Das schützt klassische Paketquellen und frei verfügbare Programme. Der Entwurf hat bereits den Haushaltsausschuss passiert und wartet nun auf die Abstimmung im Plenum.

Colorado hat seine Anpassungen bereits abgeschlossen. Dort setzte sich System76 Gründer Carl Richell direkt für die Interessen der Community ein. Das Ergebnis ist eine klare Ausnahme für Systeme und Programme, die Kopieren, Weitergeben und Ändern erlauben. Zusätzlich fordert das Gesetz, dass keine technischen Sperren gegen modifizierte Versionen bestehen dürfen. Diese Regel richtet sich gegen Tivoisierung und schützt Nutzerrechte.

Der Geltungsbereich des Colorado Gesetzes bleibt zudem enger. Es betrifft nur Anbieter, die einen eigenen App Store betreiben oder einen solchen vorinstallieren. Wer ein System ohne Store ausliefert, fällt nicht unter die Vorgaben. Das Gesetz tritt im Juli 2028 in Kraft.

Beide Fälle zeigen, wie wichtig beharrlicher Einsatz der Community ist. Die Ausnahmen standen anfangs nicht im Gesetzestext und wurden erst durch kontinuierliche Rückmeldungen erreicht. Engagement kann politische Prozesse verändern, auch wenn es manchmal viel Geduld braucht.

6 Kommentare zu „Kalifornien und Colorado lenken ein: Altersverifizierung trifft Open Source nicht mehr“

  1. AH

    > Die neue Fassung von AB 1856 schließt jedoch Projekte aus, die ihr System unter freien Lizenzen verbreiten.

    > Auch Anwendungen profitieren von einer Änderung. Software gilt nicht mehr als reguläre App, wenn sie nicht über einen unterstützten Store verteilt wird.

    Beides tritt wohl nicht auf den Snapstore zu und auch das würde auf Canonical passen:

    > Es betrifft nur Anbieter, die einen eigenen App Store betreiben oder einen solchen vorinstallieren.

    Also müsste Ubuntu die Altersverifizierung einbauen, oder habe ich das falsch verstanden?

  2. MK

    Möglicherweise nicht, wenn der Snap Store nicht vorinstalliert kommt, sondern im Rahmen der Inbetriebnahme installierbar werden kann.

  3. Jens

    Linux ist ein modulares Betriebssystem. Und auch bei Cannonical ist nichts in Stein gemeißelt. Das, was Cannonical mir persönlich sympathisch macht, sie streben den Unternehmensbereich an, was für Anwender eine stabile Basis bereit stellt.

  4. Jörg

    Persönlich halte ich das ganze gelabere um so eine Altersverifizierung für absoluten Schwachsinn und vor allem völlig Sinn- und Nutzlos!
    Wie will man denn nachprüfen ob der, der vor dem PC sitzt, auch seine Angaben korrekt gemacht hat.
    Wird ja keiner so blöd sein und ehrlicherweise zugeben, das er tatsächlich erst 12 und nicht 16 Jahre oder älter ist.
    Da hat wieder irgendso ein Politiker-Schwachmat was rausgehauen und prompt stürzt sich die ganze Welt, ohne Hirn und Verstand, auf so eine undurchführbare, an der Realität vorbeigehenden Forderung nach einer Altersverifizierung.

  5. AH

    @Jörg: Ich stimme dir in vollem Umfang zu.

  6. Olli

    Es geht nur um Kontrolle und Überwachung, denn das Internet ist eine riesige vernetzte Datenbank , wo sich jeder mit jedem austauschen kann. Das stinkt diesen politischen Betonköppen, die mit aller Macht Ihre Interessen verteidigen wollen.
    Wehrte den Anfängen.

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